Das Anzugsdrehmoment gibt an, wie fest Radschrauben oder Radmuttern angezogen werden – gemessen in Newtonmeter (Nm). Zu locker, und das Rad kann sich lösen. Zu fest, und Gewinde, Schrauben, Felge oder Bremsscheibe nehmen Schaden. Bei Personenwagen liegt der Wert meist zwischen 90 und 160 Nm, bei einzelnen Modellen darüber. Massgebend ist die Vorgabe des Fahrzeugherstellers: Du findest sie in der Betriebsanleitung oder weiter unten im Rechner nach Marke und Modellreihe.
Drehmomentschlüssel richtig verwenden
Das exakte Anzugsdrehmoment stellst du mit einem Drehmomentschlüssel ein. Er löst aus (klickt), sobald der eingestellte Wert erreicht ist – so ist das Rad genügend fest und die Schraube nicht überdreht. Nach Gefühl oder mit dem Schlagschrauber lässt sich das nicht zuverlässig treffen.
- Schrauben oder Muttern zuerst von Hand eindrehen, dann über Kreuz vorziehen.
- Das Fahrzeug ablassen, damit sich das Rad nicht mitdreht.
- Mit dem Drehmomentschlüssel über Kreuz auf den vorgeschriebenen Wert anziehen.
- Einen Klick-Drehmomentschlüssel nach Gebrauch auf den kleinsten Wert zurückstellen, damit die Feder nicht dauerhaft gespannt bleibt.
Nachziehen nach 50 bis 100 km
Nach jedem Räderwechsel können sich die Räder etwas setzen, besonders bei neuen Felgen, Alufelgen oder Distanzscheiben. Zieh die Radschrauben deshalb nach 50 bis 100 km mit dem Drehmomentschlüssel nach.
Radschrauben, Radmuttern und Gewinde
Die Räder von Personenwagen werden entweder mit Radschrauben befestigt, die in das Gewinde der Radnabe greifen, oder mit Radmuttern, die auf fest eingepresste Radbolzen geschraubt werden. Radmuttern gibt es als offene und als geschlossene Muttern (Hutmuttern). Radmuttern findest du zum Beispiel bei vielen Modellen von Honda, Mazda, Hyundai, Kia, Nissan, Subaru, Suzuki, Ford oder Jeep.
Die meisten Personenwagen haben eines dieser Gewinde:
- M12 x 1,5 (Regelgewinde, 12 mm Durchmesser, 1,5 mm Steigung)
- M12 x 1,25 (Feingewinde)
- M14 x 1,5
- ½ Zoll UNF, vor allem bei amerikanischen Fahrzeugen
Radbefestigungen haben fast immer Rechtsgewinde, vereinzelt bei Nutzfahrzeugen auch Linksgewinde. Beschädigte Gewinde an Nabe oder Bolzen können mit einem Gewindeschneider nachgeschnitten werden, beschädigte Radschrauben gehören ersetzt. Die Gewinde müssen sauber sein. Fett oder Kupferpaste gehören nur dann aufs Gewinde, wenn der Fahrzeughersteller das vorsieht – geschmierte Gewinde ergeben beim gleichen Drehmoment eine höhere Klemmkraft.

Mindestanzahl Umdrehungen
Die Radschraube muss weit genug ins Gewinde greifen. Die Motorfahrzeugkontrolle schreibt folgende Mindestanzahl Umdrehungen vor:
| Gewinde | Mindestens |
|---|---|
| M12 x 1,5 | 6,5 Umdrehungen |
| M12 x 1,25 | 7,5 Umdrehungen |
| M14 x 1,5 | 7,5 Umdrehungen |
| ½ Zoll | 8 Umdrehungen |
Schaftlänge
Die Schaftlänge ist das Mass in Millimetern zwischen dem Gewindeanfang und dem Bund am Schraubenkopf. Sie hängt von der Felge ab: Alufelgen sind an der Befestigung meist dicker als Stahlfelgen und brauchen deshalb oft längere Schrauben. Mit Distanzscheiben verlängert sich der Schaft um die Scheibendicke.
Kugelbund, Kegelbund und Flachbund
Der Bund ist die Auflagefläche zwischen Schraube oder Mutter und Felge. Er muss genau zur Form der Bolzenlöcher in der Felge passen:
- Kegelbund: kegelförmige Auflage, meist mit 60° Winkel – bei vielen Nachrüst-Alufelgen üblich.
- Kugelbund: runde, kugelförmige Auflage. Bei Personenwagen, SUV und Transportern sind vor allem die Radien R12, R13 und R14 verbreitet.
- Flachbund: flache Auflage, meist mit Unterlegscheibe – bei einigen Herstellern an Originalfelgen.
Ein falscher Bund liegt nur auf einer schmalen Linie auf. Die Schraube kann sich dann trotz korrektem Anzugsdrehmoment lösen. Wechselst du zwischen Stahl- und Alufelgen oder auf Nachrüstfelgen, prüfe deshalb immer Bundform und Schaftlänge.

Häufige Fragen
Das hängt vom Fahrzeug ab, meist 90 bis 160 Nm. Den genauen Wert findest du unten im Rechner oder in der Betriebsanleitung.
Ja, nach 50 bis 100 km. Das gilt besonders nach der Montage neuer Felgen.
Oft nicht. Alufelgen brauchen häufig eine andere Schaftlänge oder Bundform. Wir prüfen das beim Räderwechsel. Passende Radschrauben kannst du bei uns anfragen.