Auf den Reifen lastet das ganze Gewicht deines Fahrzeugs samt Mitfahrenden und Ladung – getragen wird es nicht vom Gummi, sondern von der Luft. Deshalb bestimmt der Reifenluftdruck Fahrverhalten, Bremsweg, Verbrauch und Lebensdauer des Reifens.
Sollwert und kalt messen
Den richtigen Druck für dein Auto findest du an der B-Säule der Fahrertür, im Tankdeckel oder in der Betriebsanleitung – meist getrennt nach Vorder- und Hinterachse sowie Teil- und Volllast. Unten kannst du die Werte für dein Modell auch direkt nachschlagen.
- Kalt messen: höchstens rund 2 km gefahren. Beim Fahren erwärmt sich die Luft im Reifen und der Druck steigt; warm gemessene Werte sind zu hoch. Luft bei warmen Reifen nie ablassen.
- Regelmässig prüfen: alle zwei bis vier Wochen und vor langen Fahrten. Kälte senkt den Druck – rund 0,1 bar pro 10 °C –, deshalb im Herbst öfter nachmessen.
- Beladung: Voll beladen, etwa für die Ferien, gilt der höhere Volllastwert.
- Im Zweifel lieber leicht mehr als zu wenig – nie aber über den auf der Reifenflanke angegebenen Maximaldruck.
Die RDKS-Warnleuchte meldet erst deutlichen Druckverlust und ersetzt die Kontrolle nicht. Wie das System misst, steht unter Reifendruckkontrollsystem (RDKS).
Unterluftdruck: zu wenig Luft
Zu niedriger Druck ist die gefährlichere Abweichung. Die Flanke walkt stärker, der Reifen erhitzt sich und kann im Extremfall platzen.
- schwammiges, instabiles Fahrverhalten, längerer Bremsweg
- Abrieb an beiden Schultern, kürzere Laufleistung
- höherer Rollwiderstand und damit mehr Verbrauch an Treibstoff oder Strom
- mehr Abrollgeräusch, beschädigte Seitenwände
Woran du ihn merkst: Fehlt Luft an der Hinterachse, reagiert das Heck unruhig beim Spurwechsel. Fehlt sie vorne, schiebt das Auto früh über die Vorderräder oder läuft nicht mehr sauber geradeaus.

Überluftdruck: zu viel Luft
Auch zu viel Luft schadet: Der Reifen rollt nur noch auf der Mitte der Lauffläche, die Aufstandsfläche wird kleiner.
- weniger Haftung, schlechtere Bremsleistung, besonders bei Nässe
- Abrieb in der Laufflächenmitte
- härteres Abrollen, weniger Komfort, mehr Belastung für Stossdämpfer und Fahrwerk

Das Abriebbild verrät den Fehler: richtiger Druck – die ganze Lauffläche trägt; zu viel – nur die Mitte; zu wenig – nur die Schultern. Weitere Muster zeigt Pneuverschleiss.
Reifenventil
Über das Ventil wird der Reifen befüllt und der Druck kontrolliert. Üblich sind Gummiventile und Metallventile: Metallventile sind teurer, aber stabiler und werden vor allem bei höheren Drücken und schweren Fahrzeugen verwendet; bei direkt messendem RDKS sitzt der Luftdrucksensor oft am Ventil. Die Ventilkappe gehört immer drauf – sie hält Schmutz und Feuchtigkeit vom Ventileinsatz fern.
Reifendrucktabelle
Die Werte in der Tabelle gelten in bar bei kalten Reifen, getrennt nach Teillast (TL) und Volllast (VL) sowie Vorderachse (VA) und Hinterachse (HA). Fährst du fast nur Autobahn, empfehlen wir auch ohne volle Beladung den Volllastdruck. Massgeblich bleibt die Angabe des Herstellers für dein Fahrzeug.