Felgentechnik

Winterfelgen eine Nummer kleiner (Downsizing) – was ist in der Schweiz erlaubt?

Downsizing heisst, im Winter eine kleinere Felge mit höherer Reifenflanke zu fahren, zum Beispiel 17 statt 18 Zoll. Ohne Eintrag geht das, wenn die kleinere Rad-Reifen-Kombination in der Typengenehmigung oder im COC deines Autos steht oder ein ASA-Prüfbericht vorliegt.

Stand Oktober 2026Lesezeit 6 Min.

Dein Auto steht im Sommer auf 18 oder 19 Zoll, und du fragst dich, ob es im Winter auch eine Nummer kleiner geht? Das nennt man Downsizing: eine kleinere Felge mit einem Reifen, der eine höhere Flanke hat. Der Aussendurchmesser des Rads bleibt dabei fast gleich. Ob das bei deinem Auto ohne Gang zur MFK geht, entscheiden die Fahrzeugpapiere. Hier erfährst du, wie du das prüfst und worauf es sonst ankommt.

Die kurze Antwort

Eine kleinere Winterfelge darfst du ohne Eintrag fahren, wenn eine dieser zwei Bedingungen erfüllt ist:

  1. Die Rad-Reifen-Kombination steht in der Typengenehmigung oder im COC deines Autos. Die Nummer der Typengenehmigung findest du im Fahrzeugausweis in Feld 24.
  2. Es gibt einen ASA-Prüfbericht für die Felge an deinem Auto. Dann musst du das Auto nicht vorführen.

Steht die kleinere Grösse nirgends, ist sie nicht genehmigt. Dann braucht es ein Gutachten oder eine Bestätigung einer anerkannten Prüfstelle, eine Vorführung und einen Eintrag im Fahrzeugausweis.

Was in den Fahrzeugpapieren stehen muss

Die ASA-Richtlinie 2a regelt in Absprache mit dem Bundesamt für Strassen, welche Räder als genehmigt gelten:

  • Reifen: Alle Reifen, die in der Typengenehmigung oder im COC aufgeführt sind, gelten als genehmigt.
  • Felgen: Breite, Durchmesser, Einpresstiefe und Material müssen mit den Angaben übereinstimmen. Bei Personenwagen darf die Einpresstiefe um höchstens ±5 mm abweichen (VTS Art. 34).
  • Keine Zwischengrössen: Die Richtlinie hält ausdrücklich fest, dass alle weiteren Varianten, auch Zwischengrössen, als nicht genehmigt gelten. Ausnahme: Die Typengenehmigung nennt einen Bereich, zum Beispiel für Felgenbreite und Einpresstiefe.
  • Felgenmarke: Laut den Merkblättern der Strassenverkehrsämter St. Gallen und Zürich muss auch die Marke stimmen, wenn in der Typengenehmigung eine Felgenmarke eingetragen ist.

Mehr zu den einzelnen Massen findest du unter Originalmasse Felgen.

Ein Hinweis zur Bremse: Die Räder müssen frei drehen. Die ASA-Richtlinie nennt als Richtwert mindestens 2 mm Abstand vom Rad zur Bremse. Je nach Motor- und Bremsvariante stehen in der Typengenehmigung andere Räder. Eine 16-Zoll-Felge, die für die Basisversion genehmigt ist, gilt nicht automatisch auch für die Sportversion desselben Modells.

PASSENDE LEISTUNGWinterräder in der passenden Grösse anfragenSchick uns ein Foto vom Fahrzeugausweis. Wir suchen die kleinste Wintergrösse heraus, die für dein Auto genehmigt ist, und machen dir eine Offerte.

Ein Beispiel mit Zahlen

Beim VW Golf stehen je nach Ausstattung diese Grössen auf unserer Seite Winterkompletträder VW Golf: 225/40 R18, 225/45 R17 und 205/55 R16. Der Aussendurchmesser der drei Räder liegt nah beieinander:

GrösseFelgeFlankenhöheAussendurchmesserAbweichung zu 18 Zoll
225/40 R1818 Zoll (457 mm)90 mm637 mm–
225/45 R1717 Zoll (432 mm)101 mm634 mm–0,5 %
205/55 R1616 Zoll (406 mm)113 mm632 mm–0,8 %

Gerechnet aus der Reifengrösse: Felgendurchmesser plus zweimal die Flankenhöhe. Beim 16-Zoll-Rad ist die Flanke einen Viertel höher als beim 18-Zoll-Rad. Welche dieser Grössen für deinen Golf genehmigt ist, steht in seinen Papieren.

Lastindex, Geschwindigkeit und Abrollumfang

Auch eine genehmigte kleinere Grösse muss zum Auto passen:

  • Tragfähigkeit: Die Verkehrsregeln verlangen ausreichend tragfähige Reifen (VTS Art. 58). Deckt die Reifentragkraft die Achslasten nicht ab, ist das nach der ASA-Richtlinie prüfpflichtig. Wähle deshalb mindestens den Lastindex aus den Fahrzeugpapieren. Bei schweren Autos und Elektroautos ist das teils ein XL-Reifen.
  • Geschwindigkeitsindex: Reifen müssen sich für die Höchstgeschwindigkeit deines Autos eignen. Für Winterreifen gibt es eine Ausnahme: Sie dürfen einen tieferen Geschwindigkeitsindex haben, wenn sie das Schneeflockenzeichen tragen und für mindestens 160 km/h geeignet sind (Index Q). Der Reifenverkäufer muss dir dazu eine Aufschrift mit der zulässigen Höchstgeschwindigkeit abgeben (VTS Art. 59). Der TCS empfiehlt, sie als Aufkleber am Armaturenbrett im Sichtbereich anzubringen.
  • Abrollumfang: Wird eine Reifengrösse montiert, die nicht in der Typengenehmigung steht, darf der Abrollumfang höchstens ±8 % von der genehmigten Version abweichen. Der Tacho darf nie weniger anzeigen, als du tatsächlich fährst (VTS Art. 55).

Was eine kleinere Felge im Winter bringt

TCS und ADAC haben 2018 denselben Winterreifen in fünf Grössen von 195/65 R15 bis 225/40 R18 am VW Golf verglichen. Das Ergebnis:

  • Auf Schnee: Die kleineren und schmaleren Grössen schnitten bei Traktion und Handling besser ab. Beim Bremsweg auf Schnee gab es kaum Unterschiede.
  • Bei Nässe und Schneematsch: Die Aquaplaninggefahr war bei den kleineren, schmaleren Grössen geringer.
  • Komfort: Die höhere Flanke federt mehr ab. Der TCS nennt bei kleineren Grössen ausserdem Vorteile bei Anschaffungspreis, Geräusch und Verbrauch.
  • Schneeketten: Der ADAC weist darauf hin, dass sich Ketten bei schmaleren Reifen eher montieren lassen. Ob Ketten erlaubt sind, steht in der Betriebsanleitung deines Autos.

Alle fünf Grössen erhielten im Test die Note «gut».

Was dagegen spricht

  • Trockene Strasse: Im gleichen Test war die 18-Zoll-Grösse auf trockener Fahrbahn besser, der ADAC nennt mehr Fahrsicherheit und ein besseres Lenkgefühl.
  • Verschleiss: Laut TCS nutzten sich die kleineren Grössen schneller ab.
  • Reifendrucksensoren: Hat dein Auto ein direkt messendes RDKS, braucht der Wintersatz eigene Sensoren. Bei unseren Winterkompletträdern bieten wir sie dir auf Wunsch gleich mit an.
  • Optik: Kleinere Felgen sehen anders aus. Ob dir das gefällt, entscheidest du.

So gehen wir bei deinem Auto vor

  1. Fahrzeugausweis schicken: Ein Foto genügt. Wir lesen die Typengenehmigung aus Feld 24 und suchen heraus, welche kleineren Rad-Reifen-Kombinationen für dein Auto genehmigt sind.
  2. Felge wählen: Wir stellen dir Felgen zusammen, die genehmigt sind oder einen ASA-Prüfbericht für dein Auto haben, und bestellen deine Wunschfelge. Fertige Sätze ohne Eintrag findest du unter Winterfelgen ohne MFK.
  3. Montieren: In Sursee, Sissach oder Frick/Hornussen, ohne Termin.

Für einzelne Modelle findest du die Wintergrössen je Ausstattung auf unseren Seiten Winterkompletträder nach Modell.

Quellen

Winterräder für dein Auto

Komm einfach vorbei in Sursee, Sissach oder Frick/Hornussen, wir prüfen Papiere und Grössen mit dir. Felgen und Kompletträder anfragen kannst du auch gleich unten online.

Häufige Fragen

Ohne Eintrag nur, wenn 17 Zoll mit der passenden Reifengrösse in der Typengenehmigung oder im COC deines Autos steht oder wenn es für die Felge einen ASA-Prüfbericht für dein Auto gibt. Sonst braucht es eine Prüfung und einen Eintrag im Fahrzeugausweis.

In der Typengenehmigung. Ihre Nummer steht im Fahrzeugausweis in Feld 24. Steht dort ein «X», hat dein Auto keine Schweizer Typengenehmigung, dann zählen das COC und die Herstellerunterlagen. Mehr dazu unter Welche Reifen passen auf mein Auto?

Bei einer genehmigten Kombination ist der Aussendurchmesser nahezu gleich, im Beispiel oben weniger als 1 %. Bei Grössen, die nicht in der Typengenehmigung stehen, darf der Abrollumfang höchstens ±8 % abweichen, und der Tacho darf nie weniger anzeigen als die tatsächliche Geschwindigkeit.

Ja, wenn er das Schneeflockenzeichen trägt und für mindestens 160 km/h geeignet ist (Index Q). Der Verkäufer muss dir eine Aufschrift mit der zulässigen Höchstgeschwindigkeit mitgeben.

Wenn dein Auto direkt messende Sensoren in den Rädern hat, ja: Der Wintersatz braucht eigene Sensoren. Bei indirekt messenden Systemen nicht. Wir prüfen das für dein Modell.

Im Vergleich von TCS und ADAC hatten kleinere, schmalere Winterreifen auf Schnee Vorteile bei Traktion und Handling und bei Matsch weniger Aquaplaning. Auf trockener Strasse war die grösste Grösse besser. Alle getesteten Grössen erhielten die Note «gut».

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