Kraftstoffeffizienzklasse bei Winterreifen – einfach erklärt
Sparsam fahren – aber sicher ankommen
Du stehst vor neuen Winterreifen und fragst dich, was die Buchstaben auf dem Label bedeuten? Kurz gesagt: Zuerst muss der Reifen auf Schnee und Nässe gut bremsen. Unter den sicheren Reifen lohnt sich dann die bessere Effizienzklasse – laut EU-Kommission spart jede Klasse über die Lebensdauer der Reifen im Schnitt rund 80 Liter Treibstoff.
Keine Sorge, wenn dein Winterreifen nicht in Klasse A ist: Das ist normal. Winterreifen haben eine weichere Mischung und rollen darum etwas schwerer als Sommerreifen. Auf dieser Seite zeigen wir dir, wie du die Klasse richtig einordnest – und wo du ganz ohne neue Reifen sparen kannst.
- Das Label auf einen Blick. Unsere Grafik zeigt dir, was auf dem Reifenlabel steht und was nicht.
- Worauf es wirklich ankommt. Fünf Schritte, mit denen du sicher und sparsam zugleich wählst.
- Wir helfen dir gerne. Sag uns deine Reifengrösse, wir suchen dir passende Winterreifen samt Label-Werten heraus – in Sursee, Sissach und Frick/Hornussen, ohne Termin.
Das Reifenlabel – einfach erklärt
Die Effizienzklasse ist nur ein Wert von mehreren. Und wie gut dein Winterreifen auf Schnee bremst, verrät das Label leider nicht.
Das zeigt dir das Label
- 1Kraftstoffeffizienz A–EWie viel Treibstoff oder Strom dich der Reifen kostet.
- 2Nasshaftung A–EWie gut er auf nasser Strasse bremst – im Schweizer Winter besonders wichtig.
- 3Rollgeräusch in dBWie laut der Reifen nach aussen ist, Klasse A bis C.
- 4Schneesymbol (3PMSF)Der Reifen hat einen Test auf Schnee bestanden – ohne Note.
- 5EissymbolNur bei speziellen Eisreifen für den hohen Norden.
- 6QR-CodeFührt dich zum Datenblatt in der EU-Datenbank EPREL.
Das zeigt es dir nicht
- –Wie gut er auf Schnee bremstDas zeigen nur unabhängige Reifentests.
- –Handling, Trockenbremsen, AquaplaningAuch das steht nur in den Tests.
- –Wie lange er hältDie Laufleistung fehlt auf dem Label ganz.
Mehr zu den einzelnen Werten: Reifenetikette, Rollwiderstand, Nasshaftung und Schneesymbol.
So findest du den richtigen Winterreifen
Erst die Sicherheit, dann der Verbrauch – in fünf Schritten.
- SchneesymbolDaran erkennst du einen richtigen Winterreifen.
- Nasshaftung A oder BIm Winter sind die Strassen meistens nass.
- Gutes TesturteilADAC und TCS zeigen, wer auf Schnee sicher bremst.
- KraftstoffeffizienzJetzt den sparsameren der sicheren Reifen wählen.
- RollgeräuschFür mehr Ruhe – besonders im Elektroauto.
Warum Winterreifen selten Klasse A haben
Was im Schnee gut greift, rollt etwas schwerer.
Damit dein Winterreifen auch bei Minusgraden greift, braucht er eine weiche Gummimischung und viele feine Lamellen, die sich in den Schnee krallen. Diese Beweglichkeit kostet beim Rollen etwas Energie. Laut Michelin liegt ein Winterreifen deshalb oft ein bis zwei Klassen hinter einem vergleichbaren Sommerreifen.
Das ist ein fairer Tausch: Auch das Bundesamt für Energie spricht von einem Zielkonflikt zwischen Nasshaftung und Rollwiderstand und empfiehlt Reifen, die im TCS-Test «sehr empfehlenswert» oder «empfehlenswert» sind. Der ADAC sieht es genauso: Im Winterreifentest 2026 zählt die Fahrsicherheit 70 Prozent. Der Verbrauch macht nur rund 3 Prozent der Gesamtnote aus.
Eine schlechtere Klasse heisst also nicht, dass der Reifen schlecht ist. Welche Winterreifen auf Schnee und Nässe überzeugen, siehst du in unserer Gesamtrangliste der Winterreifentests.
Wie viel du mit einer besseren Klasse sparst
Pro Fahrt kaum spürbar, über die Jahre schon.
Hinter der Klasse steckt der Rollwiderstand des Reifens. Je kleiner der Wert, desto leichter rollt er. Für Personenwagen gelten seit Mai 2021 diese Klassen:
| Klasse | Rollwiderstandskoeffizient |
|---|---|
| A | bis 6,5 N/kN |
| B | 6,6 bis 7,7 N/kN |
| C | 7,8 bis 9,0 N/kN |
| D | 9,1 bis 10,5 N/kN |
| E | ab 10,6 N/kN |
- Rund 80 Liter pro Klasse: So viel Treibstoff macht laut EU-Kommission jede Klasse über die ganze Lebensdauer der Reifen im Schnitt aus.
- Bis zu 0,5 Liter auf 100 km: So viel kannst du laut Bundesamt für Energie mit sparsamen Reifen einsparen. Als Faustregel gilt: 10 Prozent weniger Rollwiderstand, rund 1,5 Prozent weniger Verbrauch.
- Siehst du noch ein Label mit A bis G? Das ist das alte Label von vor Mai 2021. Solche Reifen dürfen weiter verkauft werden. A bis C bedeuten dasselbe wie heute, das alte E entspricht dem neuen D, und F und G gehören heute zu E.
Achtung: Die Klasse hängt von der Grösse ab
Derselbe Reifen kann in 16 Zoll eine andere Klasse haben als in 19 Zoll.
Das überrascht viele: Ein Reifenmodell hat nicht überall die gleichen Label-Werte. Laut EU-Kommission können Rollwiderstand, Nasshaftung und Geräusch je nach Grösse verschieden sein. Vergleiche darum immer Reifen in genau deiner Grösse.
So findest du die Werte für deine Reifen
- Schau im Fahrzeugausweis oder auf der Reifenflanke nach deiner Grösse, zum Beispiel 205/55 R16 91H.
- Scanne den QR-Code auf dem Label. Er öffnet das Datenblatt in der EU-Datenbank EPREL mit allen Werten.
- Vergleiche nur Reifen gleicher Grösse – zuerst Schneesymbol und Nasshaftung, dann die Effizienz.
- Oder mach es dir einfach: Sag uns deine Grösse, wir schauen die Werte für dich nach.
Du fährst elektrisch?
Dann zählt jede Klasse – als Reichweite.
Dass dein Elektroauto im Winter weniger weit kommt, liegt vor allem an der Heizung. Die Reifen spielen aber mit: In einem Test von TÜV SÜD kosteten Reifen mit etwas höherem Rollwiderstand (9,0 statt 7,6) rund 34 km Reichweite, gerechnet auf 500 km.
Die gute Nachricht: Viele aktuelle Winterreifen gibt es in sparsamen Versionen oder speziell für Elektroautos, zum Beispiel den Bridgestone Blizzak 6 Enliten, den Michelin Alpin 7, den Continental WinterContact TS 870 P oder den Hankook Winter i*cept ION. Wir achten bei deinem Elektroauto auch auf den vorgeschriebenen Lastindex.
Mehr Tipps findest du bei unseren Reifen für Elektroautos.
Sparen geht auch ohne neue Reifen
Drei einfache Tipps, die oft mehr bringen als eine bessere Klasse.
- Luftdruck prüfen: Schon rund 0,4 bar zu wenig kosten laut ADAC bis zu 0,3 Liter mehr auf 100 km. Bei Kälte sinkt der Druck, darum lohnt sich im Winter ein regelmässiger Blick. Mehr dazu beim Reifenluftdruck.
- Im Frühling rechtzeitig wechseln: Winterreifen im Sommer brauchen laut Bundesamt für Energie mehr Treibstoff und nutzen sich bei Wärme bis zu 15 Prozent schneller ab. Wann der richtige Moment ist, liest du unter Sommerreifen wechseln.
- Spur einstellen lassen: Stimmt die Spur nicht, rollen die Reifen schräg und fahren sich ungleichmässig ab. Wir messen sie bei der Lenkgeometrie in Sursee.
Wir finden den passenden Winterreifen für dich
Sag uns deine Reifengrösse und was dir wichtig ist – wenig Verbrauch, guter Grip im Schnee oder ein ruhiges Fahrgefühl. Wir zeigen dir passende Reifen mit Label-Werten und Testresultaten. Oder komm einfach vorbei, ganz ohne Termin.
Das fragen uns Kundinnen und Kunden oft
Eine feste Grenze gibt es nicht. Laut Michelin liegen Winterreifen oft ein bis zwei Klassen hinter vergleichbaren Sommerreifen, das ist also normal. Vergleiche Reifen in deiner Grösse: Unter denen mit Schneesymbol und guter Nasshaftung ist die bessere Effizienzklasse ein schöner Pluspunkt.
Ja, wenn der Reifen genauso sicher ist. Laut EU-Kommission spart jede Klasse über die Lebensdauer der Reifen im Schnitt rund 80 Liter Treibstoff. Mit einem Elektroauto merkst du es an der Reichweite.
Ja. Die Reifenetikette ist in der Schweiz seit dem 1. August 2014 Pflicht, geregelt in der Energieeffizienzverordnung. Seit dem 1. Mai 2021 gilt das neue Label mit den Klassen A bis E, Schnee- und Eissymbol und QR-Code. Ausnahmen gibt es zum Beispiel für Spikereifen.
Das ist das alte Label von vor Mai 2021. Solche Reifen dürfen weiter verkauft werden. Die alten Klassen F und G entsprechen beim Rollwiderstand dem heutigen E, das alte E dem heutigen D. A bis C sind gleich geblieben.
Leider nein. Das Schneesymbol sagt nur, dass der Reifen einen Mindesttest auf Schnee bestanden hat – eine Note gibt es nicht. Wie gut er wirklich bremst und lenkt, zeigen Reifentests wie die von ADAC und TCS.
Für die Schweiz in aller Regel nicht. Eisreifen sind für sehr harte Verhältnisse gedacht, etwa im hohen Norden. Laut EU-Datenblatt können sie auf normalen Winterstrassen schwächer sein, besonders bei Nässe, Handling und Verschleiss.
Laut Bundesamt für Energie können Ganzjahresreifen bis zu 0,4 Liter mehr auf 100 km brauchen. Ob sie trotzdem zu dir passen, erklären wir unter Winterreifen oder Ganzjahresreifen.
Quellen und Stand
Stand 3. Oktober 2026. Alle Zahlen auf dieser Seite stammen aus diesen Quellen. Die Werte deines Reifens findest du in der EPREL-Datenbank – oder du fragst einfach uns.
- Bundesamt für Energie: Reifenetikette – Pflicht in der Schweiz seit 1. August 2014, Anhang 4.2 der Energieeffizienzverordnung
- Bundesamt für Energie: Fragen und Antworten zur Reifenetikette – neues Label seit 1. Mai 2021, Einsparung, Zielkonflikt, Winterreifen im Sommer, Ganzjahresreifen
- Energieeffizienzverordnung (EnEV), SR 730.02 – Rechtsgrundlage, Art. 13 und Anhang 4.2
- Verordnung (EU) 2020/740 über die Kennzeichnung von Reifen – Klassen A bis E, Grenzwerte in Anhang I, Schneesymbol
- Europäische Kommission: Tyres – rund 80 Liter Treibstoff pro Klasse über die Lebensdauer
- Europäische Kommission: Klassen je Reifengrösse – Klassen können sich je Grösse unterscheiden
- ADAC Winterreifentest 225/50 R17 (2026) – Gewichtung Fahrsicherheit 70 %, Umweltbilanz 30 %
- ADAC: Reifendruck – Mehrverbrauch bei zu tiefem Druck
- edison.media: Interview mit Michelin (26.04.2022) – Winterreifen ein bis zwei Labelklassen hinter Sommerreifen
- ecomento: TÜV-SÜD-Test zum Rollwiderstand (26.07.2018) – Reichweitenverlust beim Elektroauto